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Der Einsatz im TschadNachlese einer Erfolgsstory |
Tirol 1809Gedenk- oder Bedenkjahr |
Am 11. Dezember 2009 wurde das österreichische Tschad-Kontingent offiziell von Verteidigungsminister Darabos in Götzendorf empfangen."Es war kein einfacher Einsatz, aber wir können eine sehr positive Bilanz ziehen. Unsere Aufgabe, die Flüchtlingslager zu schützen, ist gelungen", so der Verteidigungsminister in Götzendorf.
Eine positive Bilanz kann Minister Darabos auch für sich selbst ziehen, wenn er in den Rückspiegel seiner Erfahrungen seiner Amtsführung blickt.
Vor Allem hat der "blasse Zivildiener" mehr Steherqualitäten gezeigt als so mancher seiner Vorgänger.
In den Rückspiegel sollte auch unsre Journaille blicken, was allerdings im Anbetrachr des notorischen Kurzzeitgedächtnisses dieser Branche schwer fallen dürfte.
Ich darf hier nochmals den Altmeister Dichant zitieren:
Nun brechen also die ersten 160 Mann des Bundesheeres in den Tschad auf. Es ist richtig, dass es sich um Freiwillige handelt, die auch mit einer höheren Bezahlung rechnen können. Dennoch müssen wir als unabhängige Zeitung sagen: Das Risiko ist dort in Afrika besonders hoch. Vielleicht werden unsere Soldaten im Einsatz sogar den Eindruck gewinnen, dass sie als Kanonenfutter benützt werden. Ich will warnen, wie ich das für meine Pflicht halte.
Auch der Aufdecker der Nation Peter Pilz, der den Einsatz als nicht seriös vorbereitet sah und fragwürdig fand, weil er unter dem Kommando der früheren Kolonialmacht Frankreich stehe, und"Französischen Kolonialismus unter dem EU-Banner" wittert.
Es hat auch eine Umfrage gegeben, nach der 59 % aller Österreicher den Einsatz abgelehnt hätten, weil sie eine Gefährdung der Neutralität zu erkennen glaubten, wer die Auftraggeber dieses Orakels waren, wissen wir bis heute nicht.
Heute, nachdem der Einsatz ohne Zwischenfälle, bei denen Menschen zu Schaden gekommen wären, unterliegt man allerdings leicht der Versuchung, das Ganze als "g'mahte Wies'n" zu bagatellisieren. Nach wie vor stehe ich zu meiner Meinung, dass jede Mission, vor allem in ihrer Anfangsphase ein beträchtliches Gefahrenpotential in sich birgt, und man dankbar sein muss, dass alles gut gelaufen ist.
Dafür kann sich die Bilanz des Einsatzes sehen lassen:
"1809 - 2009, Geschichte trifft Zukunft" so lautet das Motto, unter dem das offizielle Tirol das Gedenkjahr anlässlich der Erhebung der Tiroler gegen die bayrische Herrschaft vor 200 Jahren begeht. Nun ist es fast abgelaufen und zum feiern gibt es nur noch den Todestag von Andreas Hofer.
Der weniger ruhmreiche Ausgang des Tiroler Freiheitskampfes in den Novembertagen von 1809, das letzte Aufbäumen und die gnadenlose Verfolgung der Rebellen scheinen den Proponenten der Gedenkfeierlichkeiten nicht mehr attraktiv genug zu sein.
Wie haben mit Spannung einen Festumzug erwartet, wobei sich jedermann entsprechend entsprechend seiner Einstellung zum Thema gewisse Aussagen erwartet hat. Von den Ewiggestrigen hatten die einen ihren Festkommers, um der verlorenen Landeseinheit nachzutrauern, der rechte Flügel der Parteilandschaft beiderseits des Brenners versuchte das Publikum für eine Volksabstimmung zu gewinnen. Dass die Landeseinheit dank der Zugehörigkeit der betroffenen Staaten Österreich und Italien zur Europäischen Union praktisch seit über zehn Jahren praktisch hergestellt und das Autonomiestatut außer jeder Diskussion steht, scheint die überwiegende Mehrheit der betroffenen Bevölkerung inzwischen anerkannt zu haben.
Daran haben auch die Transparente mit Parolen "Los von Rom" und ähnlichen Sprüchen, die man beim Festzug zu sehen bekam, nichts geändert, höchstens Verärgerung hervorgerufen.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob das Motto "Geschichte trifft Zukunft" voll zum Tragen gekommen ist, oder das Ganze eher in eine Schwelgerei historischer Nostalgie ausgeartet ist. Es gibt kaum einen Ort im Land Tirol, der das Thema der Erhebung in einem Bühnenstück mehr oder weniger gekonnt verarbeitet hat und kaum ein Autor, meine Wenigkeit mit eingeschlossen, ist darum herum gekommen, sich literarisch damit zu befassen.
Viel Neues gab es da allerdings nicht, außer dem Versuch Andreas Hofer neue Kleider zu verpassen oder ihn seines Mythos zu entkleiden, was ja auch schon längst fällig war.
Wer aber auf eine Entmythifizierung g"1809 - 2009, Geschichte trifft Zukunft" so lautet das Motto, unter dem das offizielle Tirol das Gedenkjahr anlässlich der Erhebung der Tiroler gegen die bayrische Herrschaft vor 200 Jahren begeht. Nun ist es fast abgelaufen und zum feiern gibt es nur noch den Todestag von Andreas Hofer.
ewartet hat, die den gesamten Koewartet hat, die den gesamten Komplex des Themas betrifft musste enttäuscht sein. So beschränken sich die wenigen Arbeiten auf die Wiedergabe der Ereignissen von 1809, indem die wenigen Monate des Aufstandes mehr oder weniger ausführlich im traditionell herkömmlichen Stil wiedergegeben werden.
So habe ich meinen Ausführungen folgende Gesichtspunkte zu Grunde gelegt:
Im Vergleich zu der14- jährigen bayrischen Herrschaft über Tirol, nehmen die 8 Monate, die der Aufstand gedauert hatte, ein sehr kurzen Zeitraum ein, wobei die 5 Jahre bis zur endgültigen Rückkehr nach Österreich mehr ins Gewicht fallen dürften, als die 3 Jahre die vor dem Aufstand lagen.
Ebenso scheint es erforderlich, die Entwicklung der Beziehungen zwischen Tirol und Bayern zu beleuchten, da es für das Verständnis des historischen Hintergrundes notwendig ist. Nicht zuletzt gilt es historischen Fakten nachzugehen, von den Historikern übersehen wurden oder deswegen unerwähnt blieben, weil sie dem Zeitgeist nicht entsprochen hatten.
Das geschichtliche Basismaterial der Fakten, das uns die Standardwerke von Josef Egger und Josef Hirn, - um nur die bekanntesten zu nennen, - zur Verfügung stellen, steht gewiss über jedem Zweifel, wofür ihre gewissenhaften, bis ins letzte Detail gehenden Schilderungen und Quellenangaben sprechen. Doch ist auch manches mit Vorsicht zu genießen, bzw. braucht es einer modernen Interpretation, wenn man den Zeitgeist berücksichtigt der zur Zeit der Entstehung ihrer Werke geherrscht hat. Und schließlich darf man nicht vergessen, dass beide unbeschadet ihrer wissenschaftlichen Kompetenz Patrioten waren.
Dieser Grundlagen haben sich zahllose, von den verschiedensten Motiven geleitete Historiker, Literaten und Vereinspoeten bedient und mehr oder weniger kompetent über den Stoff hergemacht. Teils war es ehrliches Bestreben, sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen, vielfach aber standen die Studien unter dem Einfluss des staatlich gelenkten Historismus, wie er im ausgehenden 19. Jahrhunderts als Ausdrucksform die Gesellschaft beeinflusst hatte. Die Folge war dann der jener Mythos vom Tiroler Heldenzeitalter und der Kanonisierung Andreas Hofers zum Landesheilgen.
Entsprechend dieser Vorgaben lautet der Titel meiner Arbeit "Tirol unter bayrischer Herrschaft – der Aufstand war nur ein Teil davon"
Über einen Eintrag im Gästebuch würde ich mich sehr freuen.
Aktualisiert am 1. Dezember 2009 > > > zurück zum Anfang