Kaiserflagge

Für Kaiser Maximilian nach Mexiko

Biographien

Matamoros
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Personenverzeichnis
  1. Kaiser Agustin I.
  2. Antonio López de Santa Anna
  3. Kaiser Napoleon III
  4. Benito Juarez
  5. Kaiser Maximilian von Mexiko
  6. François-Achille Bazaine
  7. General Franz Graf Thun-Hohenstein
  8. Alfred Louis Adolphe Baron van der Smissen
  9. Felix Prinz zu Salm-Salm
Agostino I

Kaiser Agustin I.


Guerrero
Vicente Guerrero

General und Mitstreiter von I. als 3.Präsident, 1830 entmachtet und 1831 hingerichtet

Guadelupe Orden

Orden unserer lieben Frau von Guadalupe

Agustín Cosme Damián de Itúrbide y Arámburu geb. 27. September 1783 in Valladolid; hingerichtet 19. Juli 1824 in Padilla) sanischer Offizier, Führer der mexikanischen Unabhängigkeitsbewegung und erster Kaiser von Mexiko von 1822 bis 1823.
Iturbide wurde in Valladolid, dem heutigen Morelia als Sohn spanischer Eltern geboren, die kurz vor seiner Geburt in die Kolonie Neuspanien einwanderten. 1798 trat er in die spanischen Kolonialarmee ein und wurde 1810 Leutnant. In diesem Jahr begann der Mexikanische Unabhängigkeitskrieg, in welchem Itúrbide anfänglich auf Seiten der spanischen Truppen gegen die Aufständischen kämpfte. Auf Grund saeiner Fähigkeiten wurde ihm 1816 das Kommando über die spanischen Truppen im Norden Mexikos übertragen.
Mit der Zeit jedoch wuchs seine Sympathie mit für die nach Unabhängigkeit strebenden Mexikaner und nahm geheime Verhandlungen mit dem Rebellenführer Vicente Guerrero auf. 1820, bereits im Rang eines Obersten, ging Iturbide mit dem größten Teil seiner Truppen zu den Rebellen über. Im Februar des Jahres 1821 erarbeitete er und Guerrero den Plan von Iguala, auch bekannt als Plan Trigarante (Plan der Drei Garantien), der die Idee eines vereinigten, unabhängigen und religiös freien Mexikos formulierte.
Nachdem es gelang, durch eine geeinigte Operation aller Rebellen die spanischen Royalisten aus dem Lande zu vertreiben, wurde Itúrbide zum Vorsitzenden des neuen Regierungsrates.
Im August 1821 unterzeichnete er mit dem spanischen Vizekönig Juan de O'Donojú den Vertrag von Córdoba, der den Plan de Iguala umsetzte und somit die Unabhängigkeit Mexikos besiegelte. Allerdings um einen sehr hohen Preis; in dem Vertragswerk wurde den abziehenden Spaniern eine beträchtliche Entschädigung für ihr Land in barer Münze zugesichert. Da die Spanier jedoch im Besitz der besten Böden des Landes waren, blutete Mexiko ob dieser Vertragsklausel rasch finanziell aus. Sogar Kirchenglocken aus Silber und Altargegenstände aus Gold wurden eingeschmolzen, weil man so versuchte, die riesigen Schulden zu bezahlen. So war Mexiko zwar eine neue, freie und unabhängige Nation, aber gleich am Anfang bankrott.
Itúrbide wurde von den mexikanischen Konservativen unterstützt und beeinflusst, die sich ein unabhängiges Mexiko mit einem Monarchen von adliger europäischer Abstammung an der Spitze des Staates wünschten. Als kein europäisches Königshaus Mexikos Angebot annahm, weil Spanien noch auf eine Rückkehr als Kolonialmacht hoffte, war Iturbide gezwungen selbst die Würde eines Monarschen anzunehmen. Am 21. Juli 1822 wurde er als Agustín I. zum Kaiser von Mexiko gekrönt.
Iturbides Auffassung seines Regierungsamtes war die eines Militärs der, Befehle gab und deren unverzügliche Ausführung verlangt, ein Verhalten, das bald zu allgemeiner Unzufriedenheit an seinem Regierugsstil führen musste. 1823 verschworen sich seine ehemaligen Mitstreiter Guadalupe Victoria und Antonio López de Santa Anna gegen den Kaiser, in dem sie denPlan de casa Mata, der Mexiko in eine Republik umwandeln sollte, entwarfen uns schließlich in einem Staatsstreich umsetzten.
Am 19. März 1823 dankte Itúrbide ab und erklärte sich kampflos damit einverstanden, das Land zu verlassen. Im Gegenzug wurde ihm eine Pension gewährt. Er ging zunächst nach Italien ins Exil, später zog er nach London, wo er seine Autobiographie veröffentlichte. Unzufrieden mit seinem Leben entschied er sich dazu, nach Mexiko zurückzukehren, wo er am 15. Juli 1824 im Hafen von Tampico eintraf. Sofort nach seiner Ankunft jedoch wurde er von den örtlichen Behörden inhaftiert und kurz darauf ohne Gerichtsverfahren erschossen. 1838 wurde der Leichnam Iturbides von der konservativen Regierung Anastasio Bustamante in die Kathedrale von Mexiko-Stadt verbracht und per Staatsbegräbnis nochmals bestattet. Er erhielt den Titel Befreier der Heimat. Agustin Iturbide war auch Stifter des Orden unserer lieben Frau von Guadalupe (span.: Orden Nacional de Nuestra Señora de Guadalupe)
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Santa Anna I

Antonio López de Santa Anna Pérez de Lebrón

Santa Anna 1847

Santa Anna 1847


 

Antonio López de Santa Anna Pérez de Lebrón, auch Santa Ana geschrieben, (geb. 21. Februar 1794 in Jalapa; gest. 21. Juni 1876 in Mexiko-Stadt)
mexikanischer General und Politiker.
Antonio López war der Sohn eines Ehepaares, das der unteren Mittelschicht angehörte. Sein aus Spanien stammender Vater war ein kleiner Beamter in der spanischen Verwaltung, seine Mutter stammte aus Frankreich. 1810 trat der Jugendliche in das spanische Militär ein, wo er sich bis 1812 in den Rang eines Leutnants hochdiente. Als Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung glaubte er, durch den Militärdienst am ehesten seine Ziele erreichen zu können und schlug sich 1821 auf die Seite des Rebellenführers Agustín de Iturbide. Als Oberst eines Regiments gelang ihm die Vertreibung der Spanier aus der Hafenstadt Veracruz, wfür er in den Generalsrang befördert und zum Gouverneur von Veracruz ernannt wurde.
Nach der Thronbesteigung Iturbides trat er gegen den Regenten auf und trug 1823 wesentlich zu seinem Sturz bei indem er den Plan de Casa Mata, den Aktionsplan der die Abschaffung der Monarchie und die Einführung der Republik zum Ziel hatte tatkräftig unterstützte. Am 23. März 1823 dankte Iturbide ab.
Nach Ausrufung der Republik bildeten sich in Mexiko zwei politische Strömungen: Die Zentralisten, eine konservative Gruppe von Kirchenführern, reichen Landbesitzern, Kreolen und Offizieren der Armee, Die liberalen, antiklerikalen Föderalisten, die neben der Schaffung eines Bundesstaates sozialpolitische Reformen, sowie die Umverteilung des Kirchenbesitzes im Sinn hatten. Obwohl selbst kein überzeugter Anhänger des Klerus galt seine Sympathie den Konservativen
Große Popularität erlangte er als Held von Tampico, wo er 1829 ein spanisches Invasionsheer, das zur Rückeroberung Mexikos gelandet war am 11. September 1829 zur Kapitulatio zwang.
1829 wurde Santa Anna unter dem Präsidenten Guerrero zum Kriegsminister und Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Zum Dank unterstützte er dessen Gegner, Anastasio Bustamante, den er 1832 ebenfalls entmachtete, um sich schließlich selbst im März 1833 in das Präsidentenamt zu putschen. Nach Niederwerfung seiner Gegnerschaft, ließ er 1835 die föderalistische Verfassung ändern und durch ein zentralistisches System, das einer Diktatur gleichkam ändern.
Diese Ereignisse beschleunigten den Aufstand und den Abfall von Texas, das sich am 2. März 1836 für unabhängig erklärte, nachdem Santa Anna von den Texanern bei San Jacinto (20. April 1836) geschlagen und gefangen genommen wurde.
Aus der Gefangenschaft wieder entlassen, ergriff er 1841 wieder die Macht um sie noch diktatorischer als zuvor auszuüben, bis er 1844 endgültig gezwungen werden konnte, abzudanken. Vom mexikanischen Kongress wegen Hochverrats zu lebenslänglicher Verbannung und Konfiskation seines Vermögens verurteilt, ging er nach Kuba ins Exil.
Bei Ausbruch des Krieges mit den USA wurde er auf sein Ersuchen aus dem Exil zurückgeholt und zum Generalissimus der mexikanischen Truppen ernannt und trotz einer Serie von Niederlagen zum Präsidenten gewählt. Nach seiner letzten Niederlage und der Erroberung der Hauptstadt musste er nach Jamaika fliehen.
Die desaströsen Verhältniss nach dem verlorenen Krieg in Mexiko nutzend, ließ er sich wieder von einer Junta aus dem Exil zurück bitten, um als Diktator auf Lebenzeit in gewohnter Weise zu regieren, bis er 1855 durch die Führer der Liberalen Partei Ignacio Comonfort und Benito Juarez gestürzt und des Landes verwiesen wurde.
Ein letztmaliger Versuch einer Rückkehr in die Politik während des 2. Kaiserreich scheiterte am Widerstand der Franzosen.
Sein endgültige Rückkehr auf Grund einer allgemeinen Amnestie Benito Juare'1874. 2 Jahre später verstarb er 82-jährig in Mexiko-Stadt.
In der Person des Santa Anna haben wir den Prototypen eines Machtmenschen, der es verstand, durch geschickte Parteinahme bzw. Nutzung der politischen Verhältnisse seine eigene Position zu halten. Er war elfmal Staatspräsident: 1833 bis 1835; 1839; 1841 bis 1842, 1843, 1844; 1846 bis 1847; 1853 bis 1855 und wurde fünfmal ins "lebenslange" Exil gesandt. Obwohl seine Regierungszeiten meist kürzer als die verfassungsmäßige Amtszeit waren, hatte er entscheidenden Anteil an der verhängnisvollen, bis in des 20. Jahrhundert reichenden Spaltung des Landes in zwei politische Lager.
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Napoleon III
Napoleon III.
geb. 20. April 1808 in Paris; gest. 9. Januar 1873 in Chislehurst bei London

Kaiserin Eugenie
(geb. 5. Mai 1826; gest. 11. Juli 1920)

 

Napoleon

Zeitgenössische Karikatur


Bismarck und Napoleon

Bismark und Napoleon nach seiner Gefangennahme 1870

Charles Louis Napoléon Bonaparte war der Sohn von Louis Bonaparte (1806-1810 König von Holland) und somit der Neffe Kaiser Napoleons I.
Einen Großteil seiner Jugend verbrachte Louis Napoléon in der Schweiz im Schloss Arenenberg in Salenstein am Untersee im Kanton Thurgau. Seine Schulzeit verbrachte er in Augsburg, zunächst bei Privatlehrern und dann von 1821 bis 1823 am Gymnasium bei St. Anna. 1822 ging er an die Artillerieschule von Thun, diente später als Artillerieoffizier in der Schweizer Armee und erhielt die Schweizer Staatsbürgerschaft.
1829 schloss er sich, gemeinsam mit seinem Bruder Napoléon Louis, den italienischen Carbonari an und leitete die Belagerung der Festung Civita Castellana. Nach der Niederschlagung des Aufstandes und dem Tod seines Bruders floh Louis Napoléon mit seiner Mutter nach Frankreich.
In Straßburg konnte Louis Napoléon einige Offiziere dafür gewinnen, ihm bei einem Putschversuch zu folgen. Am Morgen des 29. Oktober 1836 erklärte er den Männern des 4. Artillerieregimentes, dass er Frankreichs Größe und Ehre wiederherstellen wolle. Da der Regimentskommandeur, Oberst Vaudrey, auf seiner Seite stand, folgten ihm die Artilleristen. Allerdings wurde der Putsch von den gleichfalls in Straßburg stationierten Soldaten des 46. Infanterieregimentes niedergeschlagen. Louis Napoléon wurde gefangen genommen und am 9. November nach Paris gebracht. Von König Ludwig Philipp wurde er begnadigt, unter der Bedingung ins Exil in die USA zu gehen. An Bord der Fregatte Andromeda reiste er am 21. November 1836 ab über Rio de Janeiro nach New York.
Als seine Mutter 1837 im Sterben lag, kehrte er in die Schweiz zurück. Frankreich verlangte darauf von der Schweiz die sofortige Ausweisung, die nicht erfüllt wurde weil er Offizier in der Schweizer Armee und Ehrenbürger des Kantons Thurgau war. Da Frankreich gegen die Schweiz mobil machte, verließ Napoleon freiwillig das Land und ging nach England. Im Londoner Exil verfasste er sein Werk Idées Napoléoniennes.
Von England startete Louis-Napoléon am 6. August 1840 seinen zweiten Putschversuch, der ebenfalls scheiterte . Er wurde nun zu lebenslanger Festungshaft in der Festung Ham verurteilt. nach 6-jähriger Haft konnte er am 25. Mai 1846 durch eine abenteuerliche Flucht nach England entkommen.
Nach der Februarrevolution von 1848 kehrte er nach Frankreich zurück, um nun auf auf demokratischem Wege an die Macht zu gelangen. In den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1848 siegte er bisherigen Präsidenten Louis-Eugène Cavaignac mit überwältigender Mehrheit. Grundlage dafür war sein Programm einer gefestigten Regierung, sozialer Konsolidierung und nationaler Größe.
Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit inszenierte Napoléon am 2. Dezember 1851 einen Staatsstreich, der zu Unruhen in ganz Frankreich führte, deren Beendigung durch eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung, die ihm diktatorische Vollmachten gewährte, erreicht werden sollte. Dabei entschieden sich 7,5 Millionen Franzosen für ihn und seine Politik.
Die günstige Stimmung im Staate nutzend, ließ er 1852 ein weiteres Plebiszit zur Wiederherstellung des Kaisertums abhalten, auf Grund dessen überwältigenden Erfolgs er sich am 2. Dezember 1852 zum Kaiser der Franzosen ausrufen ließ.
Charles-Louis-Napoléon Bonaparte nahm den Herrschernamen Napoléon III. an. Er tat dies um eine Kontinuität zu Napoléon Bonaparte zu suggerieren, wozu seine Vermählung mit der spanische Grafentochter Eugénie de Montijo, als getreue Kopie der Hochzeitsfeierlichkeiten Napoléons I. inszeniert, den ersten Anlass bot.
Erstes Ziel seiner Politik war es, die außenpolitische Isolation Frankreichs, das seit dem Wiener Kongress als revolutionärer Unruheherd galt, zu überwinden.
Dazu diente ihm die Beteiligung am Krimkrig von 1853 bis 1856 an der Seite Englands und des Osmanischen Reiches teilzunehmen und sich erfolgreich 1859 in den Sardinischen Krieg mit Österreich einzumischen.
Sein erklärtes Lieblingsziel politischer Einflussnahme war Mittelamerika, wo er der Hegemonie der Vereinigten Staaten über den nördlichen Kontinent einen franco-iberischen Gegenpol entgegensetzen wollte.
Durch die Beteiligung Fankreichs an einer internationalen Intervention zur Eintreibung der Auslandsschulden des bankrotten mexikanischen Staates, schien die Gelegenheit für die Verwirklichung seiner Pläne gekommen. Nachdem ein Invasionsheer den militärischen Widerstand Mexikos gebrochen und eine den Franzosen genehme Junta die Macht übernommen hatte, gelang es ihm, den österreichischen Erzherzog Ferdinand Max für seine Pläne der Wiedereinrichtung der Monarchie zu gewinnen. Dieses zwiete Kaiserreich konnte sich jedoch wederpolitisch noch militärisch durchsetzen, weil Napoleon unter massiven Druck der Vereinigten Staaten und des eigenen politischen Kräfte seine Armee aus Mexiko abziehen musste.
Aber auch in Europa wendete sich das Blatt zu seinen Ungunsten indem ihm Preußen einen Krieg aufzwang, den er nicht wollte und der sein politischer Untergang sein sollte, denn die Niederlage Frankreichs im deutsch-französische Krieg von 1870 - 71 bedeutete auch das Ende seines Kaiserreichs. In der Schlacht von Sedan am 2. September 1870 wurde der Kaiser durch die Preußen gefangen genommen und durch die Ausrufung der Dritten Republik zwei Tage später in Paris abgesetzt. Er ging wieder in das schon gewohnte Exil nach England, wo er abermals an seiner Rückkehr nach Frankreich arbeitetend, am 9. Januar 1873 an den Folgen einer Blasensteinoperation starb. Napoleon hatte insgesamt 3 Kinder. 2 Söhne entstammten einer Beziehung zu Eleonore Vergeot während der 6-jährigen Festungshaft, die er später in den Grafenstand erhob, sein einziger Sohn aus der Ehe mit Eugenie, Napoléon Eugène Louis Bonaparte, fiel 1879 im Zulukrieg im Dienste des britischen Empire. Louis Napoleon versuchte seine Herrschaft und Politik ganz im Sile seines Onkels Napoleon I.zu führen, doch fehlte ihm dazu das militärische Genie seines Vorbildes. Militärisch war er auf seine Heerführer angewiesen deren Führungsqualitäten über das Mittelmaß nicht hinausreichten. Das Geschick seiner Politik bestand vorwiegend im Nutzen der Schwächen seiner Gegner, sein Scheitern in deren Unterschätzing.
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Juarez

Benito Juarez

Präsident 1861 bis 1872

Ignacio Comonfort

Ignacio Comonfort

Präsident 1855 bis 1857


Zuloaga

General Zuloaga

Präsident 1858


Miramon

General Miramon

Präsident 1859-1860


Almonte

General Almonte

Interimspräsident 1863 bis 1864


Tejada

Sebastián Lerdo de Tejada.

Juarez' Nachfolger und Präsident von 1872 bis 1876
im Dezember 1876 von Porfirio Diaz gestürzt.

Benito Juárez García geb. 21. März 1806 in Guelatao; gest. 18. Juli 1872 in Mexiko-Stadt. Staatsmann und Präsident Mexikos von 1861 bis 1872. Geboren 1807 in einem Dorf bei Ixtlan, im Staat Oajaca, aus dem indianischen Stamm der Zapotecen, verlor er früh seine Eltern und wuchs bei einem Onkel, einem nicht ungebildeten Hirten auf. Dieser lehrte ihm Spanisch sowie Lesen und Schreiben. Nach Umzug zu seiner Schwester in die Provinzhauptstadt verdingte er sich als Hausdiener bei einem Franziskaner Laienbruder, der ihm aus persönlicher Sympathie den Besuch einer Primarschule ermöglichte und dann den Weg zum Besuch des Priesterseminars, damals die einzige Chance auf höhere Bildung, ebnete.
Obwohl Juarez niemals vorhatte, Priester zu werden, schloss er mit 21 Jahren sein Studium mit Auszeichnung ab, und trat erst dann in das 1827 gegründete Colegio Civil ein. Das Jusstudium schloss er 1834 abermals mit Auszeichnung ab und begann sich als Rechtsanwalt auch politisch zu engagieren. 1841 wurde er zum Richter ernannt und heiratete 1843. 1844 wurde er Sekretär des konservativen Provinzgouverneurs, eine Stellung die er wegen seiner konträren Überzeugung bals aufgab. Nach wenigen Monaten wurde der bereits allseits bekannte Jurist zum Richter des Obersten Gerichtshofes der Provinz berufen und Mitglied der Provinzregierung.
Seine liberale Gesinnung brachte ihm aber im Zuge der innenpolitischen Konflikte aber auch Verhaftung und Verbannung ein. Er ging in die USA, wo er seine juristischen Studien fortsetzte und seinen Lebensunterhalt als Fabrikarbeiter verdiente. In dieser Zeit wuchs auch seine Bewunderung für das in den USA so bedeutsame Verfassungsrecht zurück. In ihm erblickt er ein taugliches Mittel, um die mexikanische Gesellschaft, inzwischen nahezu restlos von den in den Bürgerkriegen hochgekommenen Militärs und der Kirche beherrscht, in ein ziviles und rechtsstaatliches Gemeinwesen zu wandeln.
Noch in der zweiten Amtszeit des seit 1853 außerhalb der Verfassung regierenden Santa Anna kehrte Juarez nach Mexiko zurück und beteiligte sich am zivilen Widerstand, der Santa Anna 1855 zum Rücktritt zwang. Noch unter dem Interimspräsidenten Juan Álvarez Justiz- und Unterrichtsminister, wurde Juarez vom Präsidenten Ignacio Comonfort (1855 - 1857) zum Obersten Richter der Republik und Vizepräsidenten ernannt.
Aus dieser Zeit stammt das Gesetz Ley Juarez, mit dem die Gleichheit vor dem Gesetz auch für Angehörige des Militärs und der Kirche verfügt wurde, sowie die Ley Lerdo von 1856, welche die Privatisierung aller Arten von Gemeinschaftsbesitz, sowie den Zwangsverkauf der Kirchengüter vorsah. Diese beiden Gesetze waren der Zündstoff für den über 10 Jahre währenden Bürgerkrieg. Sogar Papst Pius IX. schaltete sich auf Betreiben des Erzbischofs von Mexiko und zahlreicher Emigranten ein, um sie von Rom aus für null und nichtig zu erklären.
Selbstverständlich war Juarez federführend an der Festschreibung der neuen Verfassung vom Februar 1857 beteiligt:
Gleichheit aller vor dem Gesetz, Freiheit der Berufswahl, Recht auf gerechten Lohn, Pressefreiheit, Abschaffung der Adelstitel und jeder Sondergerichtsbarkeit. Die Rechte des Angeklagten vor Gericht wurden definiert, staatsrechtlich wurde der Föderalismus verankert.
Die Antwort der Klerikalen lieferte der Erzbischof von Mexiko, der allen Beamten, die ihren Amtseid auf diese Verfassung leisten wollten, mit der Verweigerung der Absolution drohte. Damit hatte die Spaltung des Landes in ein klerikal-konservatives und ein radikal-Liberales Lager eine neue Qualität bekommen, denn der Ausschluss von den Sakramenten, vor allem die Verweigerung der Absolution Sterbender, musste jeden gläubigen Katholiken, sei er nun konservativ oder liberal gesinnt, zutiefst treffen.
Noch 1857 wurde gegen diese neue Verfassung durch General Zuloaga geputscht und der amtierende Präsident zum Rücktritt gezwungen, der nach Comonforts ausdrücklichen Wunsch zugunsten seines Stellvertreters Juarez erfolgen sollte. Juarez aber zog es vor, dem Druck der Militärs zu weichen und sich mit seinen Gefolgsleuten in die Provinz San Luis Potosi zurück zuziehen, während Zuloaga sich von einer neuen Notablenversammlung zum Gegenpräsidenten ernennen ließ.
1859 kam es dann zu der verhängnisvollen Staatsverschuldung durch Präsident Miramon, der zwar nach seiner Niederlage gegen die Truppen der liberalen unter Führung von General Ortega das Feld für Benito Juarez räumen musste, den Schuldenberg aber hinterließ.
Am 9. Mai 1861 durch einen auf demokratischen Weg einberufenen Nationalkongress zum Präsidenten der Republik gewählt, konnte Juarez sein begonnenes Reformwerk fortsetzen, sah sich und den Staat aber außer Stande, den Zahlungsverpflichtungen aus Miramons Auslandsdarlehen nachzukommen.
Juarez sah sich daher gezwungen, um den innenpolitisch nun stabilen Staat nicht in den Bankrott zu führen, die Rückzahlungen für einen Zeitraum von zwei Jahren bleiben sämtliche Zahlungen, einschließlich der für die Abdeckung der in London vereinbarten und in ausländischen Konventionen festgelegten Staatsschulden, aufzuschieben.
Obwoder dieser Wortlaut des Beschlusses keinesfalls eine Weigerung darstellte, entsprch die Antwort der Gläubiger ganz dem damals üblichen Stil imperialistischer Interventionspolitik. Briten, Spanier und Franzosen besetzten noch während des diplomatischen Vorgeplänkels die Seehäfen und drangen in das Landeinnere vor, worauf die Regierung das Staatssicherheitsgesetz vom 25. Jänner 1862 erließ, was einer Kriegserklärung gleichkam. Während Briten und Spanier an einem offenen Krieg wenig Interesse und die Uneinbringlichkeit ihrer Forderungen erkannt hatten, sah Kaiser Napoleon III. die Gelegenheit gekommen, seine weitaus höheren Interessen an dieser Region zuu realisieren, wofür es an Verbündeten aus dem klerikal-konservativen Lagernicht nicht fehlen sollte.
Nach anfänglichen Misserfolgen, gelang es im Mai 1863 den französischen Interventionstruppen Mexiko-Stadt und die wichtigsten Städte und Seehäfen zu besetzen und Juarez mit seinen Regierungstruppen in den Norden des Landes zurückzudrängen. Er musste zusehen, wie eine den Franzosen ergebene Junta unter französischer Anleitung daran ging, die Republik in das 2. Kaiserreich, das der Habsburger Erzherzog Ferdinand Max als Maximilian I. regieren sollte. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die neuen Machthaber ein Abkommen schließen mussten, das Mexiko über über die Altschulden hinaus auch noch die Kriegskosten Frerankreich aufbürdete.
Kaiser Maximiliano, wie er sich amtlich nennt, hat ei ambitioniertes Reformprogramm, das er mit vorwiegend liberalen Ministern durchsetzen will, sehr zum Unwillen der Konservativen, die ihn gerufen hatten damit er ihre Besitzstände wieder herstelle. Der Kaiser ist auch nicht abgeneigt, Juarez zur Zusammenarbeit zu gewinnen
Dessen militärische Lage hatte sich Ende 1864 so dramatisch verschlechtert, dass er bis an die US-Grenze flüchten musste. Dazu kam, dass seine Amtszeit abgelaufen und eine Wiederwahl verfassungsrechtlich nicht möglich war. Der Verfassung entsprechend hätte Juarez daher Ende 1864 zurücktreten und sein Amt dem Präsidenten des Obersten Gerichtshofes übergeben müssen. Dami aber wäre die Weiterführung seines Widerstandes gegen das Kaiserreich in Frage gestellt. Er löste dieses Dillemma mit einem Dekret, in dem Aufgrund des derzeitigen Kriegszustandes die Funktionen des Präsidenten der Republik für die nötige Zeitdauer, über die verfassungsmäßige Mandatsdauer hinaus, verlängert werden müssen.
Dieser verfassungsrechtlich fragwürdige Trick und die irrtümliche Annahme Maximilians, Juarez häätte sich außer Landes begeben, - er residierte im texanischen El Paso del Norte, allerdings in dem auf mexikanischen Ufer des Rio Grande gelegenen Stadtteil (heute Chiudad Juarez), - bestärkte seine Gegner in der Ablehnung seiner Legitimität als Präsident.
Trotzdem hatte er die besseren Karten, befand er sich doch im unmittelbaren Kontakt mit den USA, bzw. den Nordstaaten, deren Sieg über die Konföderation mit der Kapitulation des letzten ihrer Truppen am 23. Juni 1865 feststand. Von nun an kann sich Juarez auch der vollen materiellen und finanziellen Unterstützung durch die wieder vereinten USA sicher sein, während Maximilians Kaiserreich dank seiner finanziellen Ausgangslage in jeder Hinsicht auf der Stelle trat und an Boden verlor.
Mit Beginn 1867 stand Juarez Sieg nach dem Abzu der französischen Truppen nichts mehr im Wege. Nachdem Mariano Escobedo Maximilian in Queretaro zur Kapitulation zwingen konnte, hattePorfirio Diazden letzten Widerstand der Kaiserlichen Truppen in Mexiko-Stadt gebrochen.
Juarez bedankte sich mit unerbittlicher Härte vor allem bei den kaiserlichen Militärs und politischen Gegnern, für die 4 Jahre, die er und seine Anhänger auf der Flucht waren, sowie für die tatsächlichen und angeblichen Kriegsverbrechen des Kaiserreichs. Als erste büßten dafür Maximilian selbst und seine Generale Miramon, Mendez und Mejia, die er trotz internationaler Interventionen erschießen ließ.
Diese umstrittene Entscheidung rechtfertigte Juarez mit dem von ihm selbst erlassenen Staatssicherheitsgesetz vom 25. Jänner 1862 "Zu den Verbrechen gegen die Unabhängigkeit und Sicherheit des Staates zählen die bewaffnete Invasion des Staatsgebietes der Republik durch Ausländer und Mexikaner ... Bei tatsächlichem Eintritt der Invasion jede Mithilfe dazu ... usw.
Am 15. Juli 1867 nach Mexiko-Stadt zurückgekehrt, lies er sich 6. Okt. durch den Kongress im Amt bestätigen, doch eine nachhaltige Stabilisierung gelang auch ihm nicht. Neben den alten Konservativen formierte sich bald eine Opposition aus den eigenen Reihen. Als er sich 1871 zur Wiederwahl stellte und keine absolute Mehrheit erringen konnte, half ihm nur nur die Entscheidung des Kongresses, der ihm vor seinen Rivalen Porfirio Diazden Vorzug gab.
Juárez setzte sein Reformwerk bis zu seinem Tode fort, bis er am 18. Juli 1872 einem Herzanfall erlag. Gemäß der Verfassung folgte ihm der Präsident des Obersten Gerichthofes, sein früherer Weggefährte Sebastián Lerdo de Tejada.
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Erzherzog Ferdinand Max

Erzherzog Ferdinand Max von Österreich

Kaiserpaar

Kaiser Maximilian und Kaiserin Charlotte von Mexiko

Habsburger

Erzherzog Ferdinand Max im Familienkreis

Kaiser Franz Josef, Ferdinand Max mit Gattin Charlotte, Erzh. Ludwig Viktor u. Karl Ludwig
sitzend: Kaiserin Elisabeth mit ihren Kindern Gisela und Rudolf, Erzh. Sophie mit Gatten Franz Karl

Notabeln

Die Delegierten der Mex. Notabelnversammlung

Fotografiert von Giuseppe Malovich, Triest, Oktober 1863


Mariano Escobedo

General Mariano Escobedo


Der Sieger von Queretaro
Miguel Lopez

Oberst Miguel Lopez


Ermöglichte das Eindringen einer Kampfgruppe in Queretaro
Ferdinand Max Joseph, Erzherzog von Österreich, Kaiser von Mexiko, geb. 6. Juli 1832, als zweiter Sohn des Erzherzogs Franz Karl und der Erzherzogin Sophie, Bruder des Kaisers Franz Joseph. Er wurde unter Leitung des Grafen Heinrich Bombelles erzogen und frühzeitig für die Marine bestimmt. Maximilian, wie er genannt wurde, hatte ungewöhnlich hohes Interesse an Wissenschaft und Kunst, Eigenschaften , die ihn 1850 auf größere Reisen, zunächst nach Griechenland und Kleinasien, dann nach Spanien, Portugal, Madeira, Tanger, Algier usw. führte. 1853 wurde er Korvettenkapitän, 1854 Marineoberkommandant und machte mit einem Geschwader von 17 Kriegsschiffen eine Fahrt nach Griechenland, Kandia, Beirut, an die Küsten von Palästina und Ägypten. 1856 und 1857 verbrachte er meist auf Reisen durch die verschiedensten Teile des europäischen Kontinents. Am 27. Juli 1857 vermählte er sich mit der Prinzessin Charlotte von Belgien (geb. 7. Juni 1840), Tochter König Leopolds I., mit der er 1858bis 1859 Sizilien, Südspanien, Madeira, Brasilien etc. bereiste. Ein 4 Bände starkes, als Manuskript gedrucktes Werk, Reiseskizzen, bot in anziehender Darstellung die Eindrücke und Beobachtungen des mit offenem Sinn für Natur- und Menschenleben ausgerüsteten Erzherzogs dar. 1857 bis 1859 war er Generalgouverneur des Lombardisch-Venezianischen Königreichs. Als dieses dank französischer Intervention an Italien verloren ging, zo er sich auf sein Schloß Miramar bei Triest zurück. Hier ließ er sich von Napoleon III. für dessen ehrgeizige Pläne gewinnen, das zweite Kaiserreich Mexiko unter seiner Regentschaft zu restaurieren. Hier waren nach einem Umsturz wieder die klerikal konservativen Kräfte an der Macht, nachdem sie mit Hilfe der französischen Truppen, den legitimen Präsidenten Benito Juarez vertrieben hatten. Anfang August 1863 unterbreiteten offizielle Repräsentanten der von den Franzosen installierten Regierung das Angebot zur Annahme der Kaiserwürde. Gleichzeitig appellierte auch Benito Juarez in seinem sehr personlich gehaltenen Schreiben, von seinem Vorhaben abstand zu nehmen. Auch fand Maximilians Vorhaben in Wien keine nennenswerte Unterstützungnicht. Franz Joseph verlangte vielmehr den Verzicht auf seine Thronfolgerechte, die seiner Nachkommen.
Nach monatelangen Auseinandersetzungen wurde dieser Verzicht schlussendlich geleistet, zuletzt in hartem persönlichem Streit mit dem Bruder bei dessen Abschiedsbesuch in Miramare. Um die Verzichtserklärung zu bekommen, gestand Franz Joseph noch drei Hilfsleistungen zu:
Die Anwerbung eines Freiwilligenkorps, die Aufrechterhaltung einer Apanage von 150 000 Gulden jährlich und letztlich die Absicherung für die Familie, falls Maximilian aus Mexiko zurückkehren sollte.Der Fall des Scheiterns wurde nicht nur von Franz Josef in Erwsägung gezogen, sondern auch von der Öffentlichkeit, die Maximilians Kronannahme als Mexikanisches Abenteuerkommentierte.
Eine von Maximilian, sowie Franz Joseph gewünschte Volksabstimmung, die in Wahrheit als eine Art von Unterschriftenaktion abgehalten wurde und von einem britischen Rechtsgutachten als Votum einer überwältigenden Mehrheit ausgegeben wurde, gab den letzten Ausschlag, dass Maximilian am 10. April 1864 die Krone annahm.
Gleichzeitig kam es zum Abschluss einer Konvention von Miramare zwischen Maximilian und Luis Napoleon, in der handfeste Beistandspflichten der Franzosen vereinbart wurden. Am 14. April 1864 lief die Novara zur Kaiserreise nach Mexiko aus. Bei einem Aufenthalt in Rom kam es zu einer wohl absichtlich kurzen Privataudienz bei Papst Pius IX.. Alle wirklich schwerwiegenden kirchenpolitischen Fragen bleiben hier mit Absicht ausgespart, da sich Maximilian in Konvention von Miramare auf einen Säkularisierungskurs festgelegt hatte. Der spätere Konflikt mit der Kirche Mexikos war damit vorprogrammiert
Vorprogrammiert war aber auch das finanzielle Desaster des mexikanischen Staates: Als im März 1864 das zukünftige Kaiserpaar bei Napoleon III. zu Besuch weilten, unterschreibt Maximilian die Klauseln zur französischen Anleiheund bestätigt somit alle mit der mexikanischen Regierung getroffenen Vereinbarungen, einschließlich der Übernahme der Kriegskosten der Franzosen.
Am 11. Juni 1864 zieht das Kaiserpaar feierlich in Mexiko Stadt unter dem nicht enden wollenden Jubel der Bevölkerung ein.
Kaiser Maximiliano, wie er sich amtlich nennt, und Kaiserin Carlota beginnen in Mexiko ein ambitioniertes Reformprogramm. Der "Emperador" regiert jedoch vorwiegend mit liberalen Ministern und europäischen Beratern, was ihm die Konservativen, die ihn gerufen hatten, zunehmend verübeln. Die Kirche lässt er vergeblich auf die Rückgabe der von Juarez enteigneten Güter warten, er bestätigt vielmehr Juarez' Gesetz von 1862 über die Konfiszierung der Kirchengüter und freie Religionsausübung. Er verprellt aber auch die Franzosen, indem er den Vertrag über die französischen Schürfrechte außer Kraft setzt.
Alles in Allem sieht es so aus, als würde sich Maximilian von allen, einer echten Staatsreform hinderlichen Verpflichtungen emanzipieren, tatsächlich gelingt es ihm nicht, das Vertrauen der liberalen Anhängerschaft Juarez' zu gewinnen.
Für wirklich in Gesellschaft und Wirtschaft rasch wirksame Maßnahmen fehlen jedoch die finanziellen Mittel. Zwar Napoleon hatte ihn bei Anlässlich der Unterzeichnung der Anleiheklöauseln versichert, dass Mexikos Staatsauslagen nur mehr dem friedlichen Ausbau der Wirtschaft des Landes dienen würden, weil das Land restlos pacifiziertsei, war das Gegenteil der Fall. Nach wie vor verschlangen die Kosten für die französischen Truppen und die Führung eines Kleinkrieges gegen die republikanische Guerilla den Großteil des Budgets, oder verschwand in den Taschen korrupter Politiker und Militärss.
So flieht Maximilian in Pläne und Projekte, die wenig kosten dürfen - ein Theater wird gegründet, auch die mexikanische Akademie der Wissenschaften. Diese lobenswerten Initiativen waren allerdings nicht inder Lage, die anfänglichen Hoffnungen der breiten Masse der armen Bevölkerung zu erfüllen.
Maximilian verlieret somit nach und nach jeglichen Rückhalt sowohl in der Bevölkerung als auch in politischen Kreisen, die teils in offener Opposition, mehr aber durch Vortäuschung ihrer Lojalität ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen dachten.
Die verhängnisvolle Falschmeldung, dass Juarez sich in die USA abgesetzt habe, in Wirklichkeit aber seine Residenz am mexikanischen Ufer der Grenzstadt El Paso del Norte aufgeschlagen hatte, dürfte mit größter Wahrscheinlichkeit auf absichtliche Täuschung zurückzuführen sein. Dieser Irrtum war jedenfalls der Grund für sein folgenschweres Dekret vom 3. Oktober, das letztlich sein eigenes Schicksal besiegeln wird.
Dieses Dekret sützte sich auf die Rechtsxauffassung dass der bewaffnete Widerstand gegen den Staat nur mehr von kriminellen Elementen ausgehe, und diese bei ihrer Ergreifung nach dem Standrecht abzuurteilen seien.
Bis zum Ende der Kämpfe 1667 sollen an die 9000 Todesurteile vollstreckt worden sein, davon an 4 Generälen, 13 Obersten, 13 Majoren und dem Gouverneur von Zacatecas.
Trotz dieser Verschärfung der Gangart gewinnt Benito Juarez' Bewegung immer mehr an Boden und erhält nun die volle Unterstützung der Vereinigten Staaten, die nach der siegreichen Beendigung des Sezessionskrieges undvöllig freie Hand haben. Sie setzen Napoleon, unter massiven Druck, die Interventionstruppen abzuziehen und drohen Österreich, das sich gerade anschickt, weitere 2000 Freiwillige nach Mexiko einzuschiffen, mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen.
Im Mai 1866 sieht sich Maximilian gezwungen, die österreichischen und belgischen Freiwilligen in die Französische Armee einzugliedern, da er die Truppen nicht mehr bezahlen kann. Wenige Monate später, und unter dem Eindruck meherer Niederlagen beschließ er deren Auflösung. Er stellt es Jedermann frei mit den Franzosen, deren endgültiger Abzug im April 1867 stattfinden soll, nach Europa zurückzukehren, oder in die Mexikanische Nationalarmee einzutreten. Von den 4450 Freiwilligen, - auf diese Zahl war das ursprünglich 6500 Mann starke Korps zusammengeschmolzen, entschlossen sich immerhin 1011 Mann bei Maximilian auszuharren.
Mit dem Abzug der letzten ausländischen Truppen war der militärische Zusammenbruch des Kaiserreich nur mehr eine Frage der Zeit, die mit der Einschließung von Queretaro, wohin sich Maximilian mit seinen Truppen zurückgezogen hatte, abgelaufen war. Trotzdem bedurfte es erst des Verrats eines seiner Tabsoffiziere, Oberst Lopez, Maximilian zu überrumpeln und gefangen zu nehmen. In einem 3-tägigen Kriegsgerichtsverfahren, dessen Ausgang bereits vorprogrammiert war, wurden Maximilian und seine Generäle Miramon und Mejia am 19. Juni 1867 erschossen.
Dieser Prozess entspricht ganz dem Charakter und Rechtsempfinden des Präsidenten, der die Abwicklung und den Ausgang des Prozesses zur Chefsachte gemacht hatte und jegliche Appelle für eine Begnadigung, - sogar der eingeschworene Habsburgfeind Giuseppe Garibaldi hatte interveniert, - unbeachtet ließ.
Es entspricht auch Maximilians Charakter, der es ablehnte, ohne die beiden Gefährten Miramon und Mejia zu fliehen und mit ihnen in den Tod ging.
Die Überführung seines Leichnams nach österreich gestaltete sich als letzter Beweis bürokratischer Kleinlichkeit. Zweieinhalb Monate wurde Admiral Tegethoff, der am 22. August mit seiner Fregatte Novara in Vera Cruz eingetroffen war, hingehalten, bis am 12. November 1867 die sterblichen Überreste Maximilians eingeschifft werden konnten, um am 18. Jänner 1868 enlich ihre letzte Ruhe in der Kapuzinergruft zu finden. Ein deutlicher Beweis der so verschiedenen Charaktere liefert und der Versuch Maximilians, sich mit Juarez politisch zu arrangieren und dessen kaltschnäuzige Reaktion:
"Dem Menschen ist es gegeben, mein Herr, die Rechte der anderen zu missachten, sich seiner Güter zu bemächtigen und das Leben jener zu bedrohen, die ihre Nationalität verteidigen, aus ihren Tugenden ein Verbrechen zu machen und aus den eigenen Lastern eine Tugend. Doch gibt es eines, das aller Schlechtigkeit entzogen ist: das schreckliche Urteil der Geschichte. Sie wird über uns richten. Ich bin Ihr sehr ergebener Benito Juarez".
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François-Achille Bazaine

François-Achille Bazaine


Marschall von Frankreich seit 1863 und Oberbefehlshaber aller Truppen in Mexiko
Bazaine und sein Stab 1870

Bazaine und sein Stab 1870


 

François-Achille Bazaine geb. 13. Februar 1811 in Versailles; gest. 23. September 1888 in Madrid
Achille Bazaine wurde im Jahre 1811 geboren. 1831 trat er in die Armee ein, ging 1832 nach Afrika und erwarb das Kreuz der Ehrenlegion auf dem Schlachtfeld. 1837 schiffte er sich mit der Fremdenlegion nach Spanien ein und machte hier zwei beschwerliche Feldzüge gegen die carlistische Guerilla mit. 1839, wieder in Algier, nahm er an den Expeditionen nach Milianah, Marokko und in die Kabylei teil. 1850 trat er an die Spitze des ersten Regiments der Fremdenlegion. 1854 wurde er Brigadegeneral.
In dieser Stellung nahm er während des Krimkriegs an der Belagerung von Sewastopol teil, wobei er sich durch Organisationstalent und die Führung der beiden Fremdenlegion-Regimenter auszeichnete. Nach der Einnahme der Festung wurde er Divisionskommandeur und Kommandant von Sewastopol. Um eben diese Zeit befehligte er mit Umsicht und Erfolg das Expeditionskorps gegen die Festung Kinburn.
1859 nahm er im Sardinischen Krieg wichtigen Anteil an der Erstürmung von Melegnano (8. Juni) und an der Schlacht von Solferino (24. Juni). Nach seiner Rückkehr wurde ihm die Inspektion über mehrere Infanteriedivisionen übertragen.
1863 ging er als Divisionskommandeur nach Mexiko, wo er nach dem Abgang des Marschalls Forey den Oberbefehl über die dort konzentrierte französische Armee übernahm. Puebla (18. Mai) und Mexiko-Stadt wurden genommen und 1864 das Kaiserreich Maximilians I. proklamiert. Im gleichen Jahr wurde Bazaine am 5. September zum Marschall von Frankreich erhoben.
Nach zunehmendem mexikanischem und internationalem Protest über die Fremdherrschaft zog sich Bazaine mit der französischen Armee 1867 aus Mexiko zurück.
Im Deutsch-Französischen Krieg kapitulierte Bazaine als Befehlshaber der französischen Rheinarmee am 27. Oktober 1870 mit ca. 170.000 Mann in der eingeschlossenen Festung Metz. Die Kapitulation von Metz erregte in Frankreich die höchste Erbitterung gegen Bazaine, auf den man so große Hoffnungen gesetzt hatte. Er wurde nicht nur der Unfähigkeit und Feigheit, sondern auch des Verrats beschuldigt und 1872 auf sein Verlangen verhaftet, um vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Dasselbe trat im Oktober 1873 unter dem Vorsitz des Herzogs von Aumale im Schloss Trianon zusammen, erklärte ihn unter dem Druck der öffentlichen Meinung, die ein Opfer verlangte, und unter dem Einfluss seiner politischen und persönlichen Gegner in der Armee am 10. Dezember einstimmig der Pflichtverletzung für schuldig und verurteilte ihn nach vorheriger Degradierung zum Tode.
Auf ein Gnadengesuch des Kriegsgerichts hin verwandelte Mac-Mahon die Todesstrafe in zwanzigjährige Haft. Bazaine wurde auf die Insel Sainte-Marguérite bei Cannes gebracht, entfloh aber am 10. August 1874 mit Hilfe seiner Frau und wahrscheinlich mit geheimer Zulassung seitens der Beamten. Er lebte bis zu seinem Tod 1888 in völliger Zurückgezogenheit in Madrid.

Franz Graf Thun-Hohenstein

Franz Graf Thun-Hohenstein


Thun als General

Thun als General und Kommandeur des Freikorps


 

Franz Graf Thun-Hohenstein; geb. 27. Juli 1826 in Choltic in Böhmen, gest. 30. juli 1888 in Schwaz in Tirol.
Tritt am 11. April 1844 als Kadett in das Infanterieregiment Nr. 28 ein, wird bald zum Leutnant ernannt und zum IR Nr.1 versetzt. Als Hauptmann nimmt er an den Straßenkämpfen in Mailand vom 18. bis 22. März 1848 teil und wird wegen seines vorbildlichen Verhaltens im Heeresbericht lobend erwähnt. Nach Ausbruch der Oktoberunruhen in Wien, wird das Regiment dorthin verlegt um an der Niederschlagung des Aufstandes ( 23. bis 28. Oktober 1848) mitzuwirken. Thun wird dabei mit dem Militärverdienstkreuz ausgezeichnet, das Regiment wieder auf den italienischen Kriegsschauplatz verlegt. Hier nimmt er an den Schlachten von Mortara (21. März) und Novara (23. März) wo er verwundet wird. Er wird wegen seines vorbildlichen Verhaltens mehrfach lobend in den Heeresberichten erwähnt. Nach Kriegsende zum Major befördert, wird er dem Stab von Feldmarschall Radetzky zugeteilt. Nach Radetzkys Tod 1857 wird er zum Infanterieregiment Nr. 49 zurückberufen und 1859 zum Kommandanten des Grenadierbataillons ernannt. An der Spitze seines Bataillons kämpfte er bei Solferino, (24. Juni 1859) wo er abermals verwundet wurde. Für die ausgezeichnete Führung seines Verbandes wurde ihm das Ritterkreuz des Leopoldordens mit Kriegsdekoration verliehen. Mit Wirkung vom 1. Juli 1859 zum Oberstleutnant befördert, übernahm er das Infanterieregiment Nr.9 als interiministischer Kommandant und wurde gleich darauf zum Oberst befördert.
Möglicherweise noch während der Zeit als Statthalter von Lombardo-Venetien dürfte Erzherzog Ferdinand Max auf den tüchtigen Offizier aufmerksam geworden sein. Als er als Kaiser Maximilian von Mexiko war es sein ausdrücklicher Wunsch, dass der Oberst Graf Thun-Hohenstein das 1864 aufzustellende östzerreichische Freiwilligen korps für Mexiko führen sollte, dem Kaiser Franz Josef mit Ernennungsdekret vom 15. August 1864 seine Zustimmung gab:"Deinem Wunsch in Bezug auf den Obersten Graf Thun habe ich entsprochen und er kommandiert bereits das fast ganz komplette Korps in Laibach. Er ist ein ausgezeichneter Offizier und ergreift seine Aufgabe mit großem Eifer"...so schrieb er dem bereits in Mexiko weilenden Bruder.
An Bord des ersten Transportschiffs "Bolivian" und mit 35 Offizieren und 1082 Unteroffizieren und Mannschaften erreichte am Neujahrstag von 1864 nach 24-tägigen Seereise Vera Cruz, von wo er unverzüglich nach Puebla aufbrach, um dort sein Hauptquartier für das "kaiserlich mexikanische Korps österreichischer und belgischer Freiwilliger"aufzuschlagen. Zusammen mit den beiden belgischen Jägerbataillonen (I. "Kaiserin Charlotte", II. "König Leopold von Belgien") bildeten die österreichischen Truppenteile, 3 Jägerbataillone, 2 Kavallerieregimenter, Artillerie und Pioniereinheiten ergab das mit den unterstellten mexikanischen Einheiteneine respektable Streitmacht, die 2. mexikanische Territorialdivision. So zumindest sah es ihr ambitionierter Kommandeur Thun und durfte daher einen selbständigen Aufgabenbereich erwarten.
Nicht dieser Auffassung war Marschall Bazaine, der sich nicht nur als Oberkommandierender der französischen Interventionsstreitmacht, sondern für den der gesamten Kaiserlich-mexikanischen Armee betrachtete. Diese Auffassungsunterschiede sollten bald zu den ersten Zewürfnissen mit Bazaine und dem Kaiser führen, der sich sich eindeutig hinter den Marschall stellte, musste er doch dessen Argument, mit seinen 30 000 Franzosen die Hauptlast des Kleinkrieges zu tragen, anerkennen.
Trotz der beachtlichen Erfolge der österreichischen Truppen, war es Thun nicht möglich, die eroberten Gebiete nachhaltig zu befrieden. Der von ihm persönlich geschlossene Waffenstillstand mit dem Indiogeneral Juan Francisco Lucas hielt zwar ein ganzes Jahr bis zu seiner Rückkehr nach Österreich. Danach fühlte sich Lukas nicht mehr an die vereinbarungen, die er mit Thun getroffenen hatte, nicht mehr gebunden.
Neben dem zusehends schlechter werdenden Verhältnis mit Bazaine, war es der akute Geldmangel, der alle Erfolge letztlich zunichte machte und dazu führte, dass das Korps in die französischen Truppen eingegliedert und mit den Verbänden der Fremdenlegion zur Division Auxiliaire Etrangere zusammengelegt wurde. Doch das nicht genug, gab Maximilian das Kommando nicht an Thun, sondern stzte ihm den französischen General Neigre vor die Nase.
Erst Wunschkandidat des Kaisers und mit dem Guadelupeorden hoch dekoriert, dann zum Brigadier degradiert und militärisch kaltgestellt, zog Thun die Konsequenzen und quittierte den Dienst und kehrt im September 1866 nach Österreich zurück. Im Gegensatz zu den später heimkehrenden Offizieren, zeigte sich Franz Josef gegenüber dem geschassten Thun sehr großzügig und das nicht zuletzt, um Maximilians Verhalten zu tadeln. Gleich nach seiner Rückkehr verlieh er ihm den Orden der Eisernen Krone 2. Klasse mit Kriegsdekoration und ernannte ihn im Februar 1867 zum Generalmajor und Brigadekommandant in der 13. Infanteriedivision. Mit Wirkung vom 28. Dezember 1871 übernahm er das Kommando der 25. Infanteriedivisionin. In dieser Zeit erhielt er hohe Auszeichnungen, wie den sächsischen Albrechtsorden und den Mecklenburgischen Hausorden. 1872 wurde Thun zum Feldmarschall-Leutnant, 1882 zum Feldzeugmeister und Militärkommandant von Tirol ernannt.
Am 16. Juni 1877 heiratete er Auguste-Eugenie Princessin von Urach (geb. 27. Dezember 1842 in Stuttgard - gest. 11. März 1916 in Schwaz).
In Tirol erwarb er sich auch höchste Verdienste bei den zivilen Behörden, die seine tatkräftige Unterstützung während der Hochwasserkatastrophe von 1882/83 zu würdigen wussten und die Verleihung des Franzjosefsordens am 1. Februar 1883 empfohlen hatten.
Von da an begann seine Gesundheit zu schwinden. Im Dezember 1883 wurde er aus gesundheitlichen Gründen seines Dienstes entbunden und auf halbe Bezüge gesetzt, wobei ihm in Anerkennung seiner Verdienste der Orden der Eisernen Krone erster Klasse und Kriegsdekoration verliehemn wurde. Am 1. Jänner 1887 erfolgte seine endgültige Versetzung in den Ruhestand. Er starb am 30. Juli 1888 in Schwaz in Tirol.
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Van der Smissen

Oberst Van der Smissen 1866


General Van der Smissen

General Van der Smissen 1879

Alfred Louis Adolphe Graves Baron Van der Smissen geb. 1. Februar 1823 in Brüssel; gest 16. Juni 1895 in Brüssel
Im Alter von 20 Jahren trat er in die Armee des 1831 gegründeten Königreichs Belgien ein und wurde 1843 Leutnant. 1851 hatte er als Hauptmann die Gelegenheit, an der Niederwerfung des Kabylenauftsandes in Algerien teilzunehmen und Erfahrungen im Kleinkrieg mit Aufständischen zu sammeln.
Das war auch der Grund, dass König Leopold I. ihn mit der Aufstellung eines Freiwilligenkorps, das seinem Schwiegersohn Maximilian von Mexiko unterrstützen sollte. Es kam zur Aufstellung von 2. Infanteriebataillonen in der Gesamtstärke von 2000 Mann, die zusammen mit den 6500 österreichischen Freiwilligen das kaiserlich mexikanische Korps österreichischer und belgischer Freiwilliger unter dem Kommando des österreichischen General Thun-Hohenstein stellen sollten.
Im Gegensatz zum österreicheischen Korps, in das ausschlißlich nur gediente Soldaten aufgenommen wurden, waren 90% der belgischen Freiwilligen unter 25 Jahren. Ähnliche Verhältnisse waren auch unter den Offizieren zu finden, von denen nur Oberstleutnant Van der Smissen und sein Stellvertreter Major Tigdal Kriegserfahrung hatten.
Bereits wenige Monate nach dem Eintreffen in Mexiko wurde die erste Feindberührung zu einer verheerenden Niederlage, als am 11. April 1865 bei Tacámbaro 300 Mann unter Major Tigdal in einen Hinterhalt der Republicaner gerietem. Major Tigdal, Captain Chazal (der Sohn des Belgischen Kriegsministers), Captain Delaunay, 3 Leutnante and about 110 Mann fielen, die restlichen 3 Offiziere und 190 Mann wurde gefangen genommen.
Van der Smissen, inzwischen vorsichtiger geworden, konnte am 11. Juli am gleichen Ort Revanche nehmen und den Großteil der Gefangenen aus der Hand der Republikaner befreien.
1866 zum Oberst befördert übernahm er nach Thuns Abschied die Führung des österreichisch-belgischen Korps, oder was davon noch übrig war. Sein eigenes Kontingent war auf eine Stärke von 750 Mann geschrumpft, nachdem im November 1866 auf dem Rückzug aus San Louis Potosi 250 Mann in einen Hinterhalt geraten und völlig aufgerieben wurden.
Mit dieser erschreckenden Bilanz wurde die Truppe im Dezember per Dekret Maximilians aufgelöst und in die Heimat entlassen. Van der Smissen selbst wurde von Maximilians gewohnter Großzügigkeit hoch dekoriert, zuletzt mit dem Kommandeurskreuz zum Guadelupe Orden.
Nach seiner Rückkehr nach Belgien wurde Baron van der Smissen von 1870-1875 Kommandant des 1. Grenadierregiments der königlichen Garde, kurz darauf erfolgte die Beförderung zum Generalmajor. 1868 verlieh ihm Kaiser Franz Josef das Ritterkreuz zum Leopoldorden.
Nach seiner Beförderung zum Generalleutnant 1879 veröffentlichte er sein Buch Organisation des forces nationales dem 1887 ein weiteres Werk Le service personnel et la loi militairefolgte, in dem er die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht empfahl. 1882 wurde er zum Militärkommandanten von Brüssel ernannt, in welcher Position er für die brutale Niederschlagung der Arbeiterrevolte 1886 in Charleroi verantwortlich zeichnete. 1889 zog sich Van der Smissen in den Ruhestand zurück und veröffentlichte 1894 seine Souvenirs de Mexique. Er starb am 16. Juni 1895 in Brüssel, im Alter von 72 Jahren.
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Salm in USA

Felix Prinz zu Salm im US-Bürgerkrieg



Blenkers internationaler Stab

Salm-Salm

Oberst Felix Prinz zu Salm-Salm in der Haft von Queretaro,
fotografiert in einer fremden Generalsuniform.


Agnes Salm-Salm

Agnes Prinzessin Salm-Salm



Salm1869

Als Major wieder bei den Preßen 1868

Felix Constantin Alexander Johann Nepomuk Prinz zu Salm-Salmgeb. 25. Dezember 1828 auf Burg Anholt, Kr. Borken, Nordrhein-Westfalen; gefallen 18. August 1870 bei Gravelotte, Frankreich) Preußischer Offizier, Oberst der amerikanischen Nordstaaten und in der kaiserlich-mexikanischen Armee.
Felix Prinz zu Salm war der jüngste Sohn des Florentin Fürst zu Salm-Salm (1786-1846) und der Flaminia di Rossi. Er trat am 2. April 1846 als Unterleutnant in die Preßische Armee, in das Garde-Kürassierregiment in Berlin ein, 1847 wurde er in das Husarenregiment Nr. 11 in Münster eingeteilt.
Mit diesem Regiment nahm er am Preußisch-Dänischen Krieg von 1849 teil. Während der Schlacht bei Aarhuus am 18. Mai 1849 als Ordonannzoffizier eingeteilt, verließ er eigenmächtig seinen vorgeschriebenen Platz beim Stab, übernahm das Kommando über einige Husaren und attakierte eine weitaus stärkere, dänische Einheit. Dabei wurde Prinz zu Salm-Salm schwer verwundet und vom Feind gefangen genommen. Nach seiner Wiederherstellung und Rückkehr aus der Gefangenschaft, bewahrte ihn nur die hohe Stellung seiner Familie vor einer kriegsgerichtlichen Verfolgung seines disziplinlosen Handelns. So begnügte man sich mit der Versetzung zu einem anderen Regiment.
Allerdings war seine Karriere für die nächsten Jahre auf Eis gelegt. Aus diesem Grunde wechselte er zum österreichischen Heer, wo er als Unterleutnant im Ulanenregiment Nr.1 Aufnahme fand und dank der Beziehungen seiner Familia zum Oberleutnant befördert wurde. 1859 nahm er, ohne sich besonders auszuzeichnen, am Italienischen Krieg teil.
War es erst übertriebener Ehrgeiz, der ihm die Karriere in der preußischen Armee verdorben hatte, geriet der nun 30-Jährige in die Schuldenfalle, wie viele andere Offizierskameraden in der k.k. Armee. Es waren aber weniger die typischen Spielschulden und amourösen Abenteuer, sondern die Verpflichtungen, die sein hoher Adelsstand in einem der vornehmsten Regimentern der Monarchie erforderte. Diesen nachzukommen bedurfte es entweder einer angemessenen Apanage durch die Familie, oder die nötigen Geldmittel durch Kredite aufzubringen, zu deren Rückzahlung der bescheidene Gehalt eines Subalternoffizier keineswegs reichte. Warum ihn die reiche Familie so kurz hielt, kann nicht nachvollzogen werden. Am Ende stand dann ein Schuldenberg, den er unmöglich nachzahlen konnte und ein Verfahren des Offiziersehrenrates. Ob es dabei zu einem Ausschluss aus der Armee kam oder Salm-Salm aus freien Stücken quittiert hatte, ist nicht bekannt. Es darf aber angenommen werden, dass sein Vater, der als Preuße eher ein gestörtes Verhältnis zur österreichischen Armee hatte, den Austritt aus der kaiserlichen Armee zur Bedingung der Schuldentilgung gemacht hatte.
Reiche und vornehme Familien pflegten damals sich ihrer schwarzen Schafe zu entledigen, indem man sie mit etwas Geld ausgestattet, nach Amerika schickte. Felix Salm-Salm kam dort gerade zurecht, als der amerikanische Bürgerkrieg begann und größte Nachfrage an Berufsoffizieren vor allem in der Unionsarmee bestand, in der insgesamt 57 adlige deutsche Offiziere dienten.
Wie es seinem hohen Stande zukam, wurde Prinz Salm-Salm vom preußischen Gesandten bei Präsident Lincoln eingeführt. Als der Gesandte erwähnte, daß Salm ein Prinz sei, soll Lincoln dem Applikanten auf die Schulter geklopft und gesagt haben: »Nun, das soll Ihnen bei uns nicht schaden.« Salm kam dann in den internationalen Stab des deutschen Generals Ludwig Blenker, dem berühmten Wartesaal für deutsche Offiziere. Erst später gelang es seiner Frau, dem Prinzen die Stellung eines Regimentskommandeurs zu verschaffen.
Salm-Salm war ein tapferer umsichtiger Offizier, fand aber nicht viel Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Bekannter ist seine Zeit in Mexiko, wo er in Kaiser Maximilians Dienste trat und ihm als Flügeladjutatnt und treuer Begleiter bis zu seinem tragischem Ende zur Seite stand.
Nach dem mexikanischen Kriege kehrte Prinz Salm-Salm nach Preußen zurück und trat wieder als Major in die Armee ein. Er fiel am 18. August 1870, an der Spitze seines Garde-Bataillons beim Sturm auf St. Privat, in der Schlacht von Gravelot.
Untrennbar mit Felix Sal-Salm verbunden, ist seine Frau Agnes, die er am 30. August 1862 in den USA heiratete. Die um zwölf Jahre jüngere Agnes Leclerq Joy (1840-1912) stammte aus einer französisch-canadischen Offiziersfamilie. Die Prinzessin, wie sie allgemein in der Armee genannt wurde, begleitete ihren Mann auf alle Kriegsschauplätze, wurde als kühne Reiterin bewundert und hat zahllose Abenteuer erlebt. Sie folgte ihrem Gatten auch nach Mexiko, wo sie sich vor allem für die Begnadigung Maximilians einsetzte, nachdem dessen Flucht, deren Vorbereitung ebenfalls sie getroffen hatte, nicht zur Ausführung kam, weil Maximilian sich nicht ohne die beiden Generale Miramon und Meija davon machen wollte. Nach Maximilians Hinrichtung gelang es ihr, ihren zu mehrjähriger Haft verurteilten Gatten frei zu bekommen und kehrte mit ihm nach Deutschland zurück.
Zeichen höchster Anerkennung erwiesen ihr Kaiser Franz Josef und König Wilhelm von Preßen, die sie zur Bericherstattung über die Einzelheiten der Tragödie Maximilians einluden. Im Kriege von 1870 leitete die Prinzessin ein preußisches Feldlazarett. Agnes Prinzessin Salm-Salm vermählte sich ein zweites Mal 1876 in Stuttgart mit Charles Heneage.

 

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Die Biografien werden demnächst fortgesetzt

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Aktualisiert am 2. April 2008